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04.05.2026

#rettedeintheater fordert verlässliche Finanzierung

Rede von ver.di-Gewerkschaftssekretärin Lisa Mangold

ver.di-Gewerkschaftssekretärin Lisa Mangold in Niedersachsen

Bei einer Kundgebung des Bündnisses #rettedeintheater Niedersachsen in Hannover am Mittwoch, den 29. April 2026, hat Lisa Mangold, ver.di-Gewerkschaftssekretärin für Kunst und Kultur, eine nachhaltige Finanzierung der niedersächsischen Theater gefordert.

Das Bündnis machte erneut auf die massiven finanziellen Schwierigkeiten der Theater in Niedersachsen aufmerksam. Hinter dem Zusammenschluss stehen Beschäftigte der freien, kommunalen und staatlichen Theater in Niedersachsen sowie des Göttinger Symphonieorchesters.

Nach wie vor steigen die öffentlichen Zuschüsse nicht im gleichen Maße wie die Betriebskosten und die tariflich gebundenen Personalkosten. Laut Schätzungen des Bündnisses brauchen die Theater in Niedersachsen in den kommenden fünf Jahren rund 25 Millionen Euro.

Die Beschäftigten betonten erneut, dass steigende Betriebs-, Produktions- und Personalkosten nicht durch Einsparungen, künstlerische Einschränkungen oder Verzicht bei Löhnen und Honoraren aufgefangen werden dürfen. Denn Wer die Freiheit der Kunst und die kulturelle Vielfalt in Niedersachsen sichern will, muss faire Bezahlung und verlässliche öffentliche Zuschüsse zusammendenken.

Auszug der Rede von Lisa Mangold, ver.di Gewerkschaftssekretärin

„Das Leben wird teurer, für die Menschen und für die Theater. Das heißt, Essen und Lebenshaltungskosten steigen. An den Häusern und in der freien Szene steigen Betriebs- und Produktionskosten.

Damit Menschen und Häuser überleben, braucht es mehr Geld. Die öffentlichen Zuschüsse für Personal- und Betriebskosten müssen angehoben werden.  Denn gleichbleibende Etats stellen bereits eine Kürzung dar.

Damit erzähle ich euch nichts Neues – deswegen sind wir hier. Doch was macht es mit uns, dass diese offensichtliche Notwendigkeit von der Politik immer wieder als verhandelbar oder noch schlimmer: als kürzbar dargestellt wird? Diese permanente Existenzbedrohung, das ständige Ringen um die Finanzierung zermürbt und spaltet. Und gefährdet die Kultur.

Schnell ist die Rechnung aufgemacht, wenn die Personalkosten nicht steigen, würde das Geld doch reichen … Es sind nicht die Arbeitskämpfe der Kolleg*innen, die zu knappen Kassen führen. Es sind diejenigen, die diese Kassen knapphalten!

Es ist nicht die Verantwortung der Kolleg*innen in der freien Szene und an den Häusern, die kulturelle Vielfalt dieses Landes zu retten – indem sie auf ihre Bezahlung verzichten. Es ist die Verantwortung der Landesregierung, die kulturelle Vielfalt von Niedersachsen zu schützen, indem sie dafür Geld ausgibt.

Wer jetzt die Kunst und Kultur finanziell beschneidet, riskiert den Zusammenhalt der Gesellschaft.

Hinter dieser Aussage steckt auch ein Appell an euch: Liebe Kolleg*innen an den Theatern – künstlerisches und technisches Personal – liebe Kolleg*innen in der freien Szene, lasst euch nicht spalten.

Mein Eindruck ist, dass der ständige Finanzdruck und die Angst vor einem Rechtsruck die Rufe nach einer fairen Bezahlung etwas geschwächt haben. Das ist auch verständlich, vielen von euch liegen Kunst und Kultur so sehr am Herzen – oft mehr als die eigene Altersvorsorge.

Doch die Forderung einer angemessenen Bezahlung und der Einsatz für die Freiheit von Kultur stehen nicht in Konkurrenz. Das hängt zusammen. Alle Strukturen und Finanzierungen, die jetzt aufgegeben werden, werden von Rechten und Konservativen sicher nicht reaktiviert. Jeder Cent, der heute eingespart wird, schwächt die Resilienz der Kultur morgen.

Wer die Freiheit der Kunst retten will, muss Honorar- und Lohnkämpfe in der Kultur unterstützen. Publikum, Freundeskreise, Stadtgesellschaft, Kulturarbeitende, Gewerkschaftsaktive: Hand in Hand.“